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Löbau - die Garnison
Vergangenes behüten, Geschichte erleben

 

Ein Rundgang durch den denkmalgeschützten Kern der ehemaligen Jägerkaserne Löbau


 

 

 

1 Eingang und Stabsgebäude

Das alte Stabsgebäude der Jägerkaserne Löbau befindet sich an der Georgewitzer Straße, gleich am alten Kaserneneingang. Generationen von Kommandeuren hatten hier in Löbau ihren Dienstsitz. Angefangen vom Major Fiedler, dem ersten Kommandeur des hier ansässigen Bataillons, Anfang der 1920´er Jahre, bis zum letzten Chef der Offiziershochschule "Ernst Thämann", Generalleutnant Bethmann, in den 1990´er Jahren.
Bis ca. 1973 war hier der Haupteingang zum Kasernenkomplex Löbau. Dann verlegte man ihn, nach dem Bau neuer Unterkunftsblöcke und der Errichtung moderner Lehrgebäude, an den Westrand der Kaserne.

 

Stabsgebäude heute

Ebenfalls bis ca. 1973 war im Anbau des Stabsgebäudes an der Georgewitzer Straße in Löbau die Kasernenwache untergebracht und nicht nur das, auch die Arrestanstalt befand sich unmittelbar daneben. Das Bild rechts zeigt eine Wachablösung ca. 1931. Deutlich hier zu sehen: Der Anbau ist noch einstöckig. Er bekam 1935 seine obere Etage (siehe Bild oben rechts).
Die Wohnblöcke jenseits des Eingangs sind in den 1950´er Jahren erbaut worden.

Wachablösung 1931

 

 

2 Ernst Thälmann Denkmal

 

Sockel Thälmanndenkmal. Heute ohne Thälmann.

 Thälmanndenkmal zu DDR-Zeiten

Auf dem oberen Bild kaum noch zu erkenen und man will es fast nicht glauben - aber hier war einst das "Heiligtum" der Offiziershochschule Löbau. An dieser Stelle stand nämlich die lebensgroße Statue des Namensgebers dieser militärischen Lehreinrichtung, die Skulptur Ernst Thälmanns.
Bei besonderen Anlässen (Feier- und Gedenktage) nahmen hier ganztägig Ehrenposten (Bild links unten) Aufstellung.
Ebenso nutzten Offiziersschülereinheiten dieses Denkmal gern, um Meetings abzuhalten oder sich für das Erinnerungsalbum ablichten zu lassen.
Wo ist dieser Ernst Thälmann aus Löbau eigentlich geblieben? Keiner weiß es so genau, aber wahrscheinlich befindet er sich in einem der Lager des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dreden.

 

 

 

3 Exerzierplatz

Exerzierplatz heute

Exerzierplatz ca. 1941

 Der Exerzierplatz liegt in meist allen Kasernen im Zentrum - nicht nur des Areals, sondern auch des militärischen Geschehens. In Löbau ist das nicht anders gewesen. Alle Gebäude des historischen, gleichzeitig denkmalgeschützten, Kernes der Jägerkaserne Löbau gruppieren sich um diesen Platz.
Hier wurden zu allen Zeiten Soldaten auf die jeweils herrschende Macht vereidigt, hier trat man an, wenn es was zu sagen gab, hier wurden die Wachen vergattert und das Wichtigste:
Hier lernte der unbedarfte Zivilist das militärische Laufen, das Grüßen, das Hinlegen und wieder Aufstehen - eben genau das, was man beim Barras auf Kommando so alles zu machen hatte.
Ursprünglich war dieser Platz unbefestigt, doch zu Zeiten der Offiziershochschule Löbau ist er teilweise betoniert worden, da hier jedes Jahr bereits im August das Training für die große Ehrenparade zum Tag der Republik (DDR - 7. Oktober) begann.

 

 

4 Mannschaftshäuser

In der ehemaligen Jägerkaserne Löbau sind von 1913 - 1914 drei Mannschaftshäuser, für jeweils eine (Jäger)kompanie, erbaut worden.  Diese Unterkunftsgebäude waren sehr großzügig konzipiert. Mit Schlafsälen, Wohnzimmern für Unteroffiziere, Geschäftsäumen für Vorgesetzte, Waschräumen, Lesezimmern etc. ausgestattet, galten die Kompniebereiche seinerzeit als sehr modern, wie auch die gesamte Jägerkaserne Löbau damals als eine der Schönsten in ganz Sachsen galt. Bis 1945 wurden sie, nachdem sie im I. Weltkrieg gezwungenermaßen zu Lazarettzwecken dienten, auch als solche genutzt.
Wie 1963 die Offiziershochschule in Löbau einzog, baute man dort Lehrklassen ein und verwendete die kleineren Räume als Dienstzimmer. 
Die ehemaligen Mannschaftshäuser 2 und 3 stehen zur Zeit vollkommen leer.

 

Mannschaftshaus 1 und 2 heute

 

Mannschaftshaus 3 heute

 

Mannschaftshaus 1 ca. 1915

 

Mannschaftshaus 3 ca. 1915

 

 

5 Wirtschaftsgebäude

Im Erdgeschoss des ehemaligen Wirschaftsgebäudes wurde bis 1935 für die gesamte Kaserne in Löbau gekocht. Später kamen, mit der Ausweitung der Kaserne, noch andere Küchen hinzu. In den 1920´er Kriesenjahren (Inflation, Weltwirtschaftskrise) beköstigte die Reichswehr hier nebenher notleidende Löbauer.
Nachdem die Kaserne Löbau ab 1921 wieder dauerhaft militärisch genutzt werden durfte, kam man auch der Bitte der Unteroffiziere nach und richtete in der oberen Etage für sie ein Kasino ein. Ganz oben auf dem Dach ist, weithin sichtbar, die Kasernenuhr aufgesetzt. Sie stammt vom Uhrmachermeister Wobeda aus Löbau und war, als sie noch ging, quasi Sinnbild für den militärischen Tagesablauf sowie die soldatische Pünktlichkeit.
Viele, die zu DDR-Zeiten hier gedient bzw. studiert haben, erinnern sich vielleicht noch an das in der unteren Etage befindliche Mannschaftscasino, in dem allerdings kein Alkohol ausgeschenkt werden durfte. Es bekam deshalb kurzerhand den Namen "Cola Ranch" verpasst. Später, bis zur Abwicklung der OHS im Jahre 1991, kaufte man in diesem Haus gern in der MHO (Militärhandelsorganisation) ein. So manche Banane und Apfelsine ging hier über den Ladentisch, von deren Existenz die Löbauer Bevölkerung im Moment noch träumte.

Wirtschaftsgebäude heute

Wirtschaftsgebäude um 1940

 

 

 

6 Kammergebäude

 

Kammergebäude, später Block 11, heute

Kammergebäude ca. 1915

Das Kammergebäude diente der Reichswehr und Wehrmacht in Löbau zur Lagerung von Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenständen der einzelnen Kompanien und des Stabes. Im Bild links unten sind noch die Toreinfahrten zu sehen, die später, als hier Lehrklassen hinein kamen, zugemauert und mit Fenstern versehen wurden.
Teilweise soll das Haus auch einmal als Pferdastall gedient haben. Dafür habe ich aber noch keinen Beleg gefunden.
In den oberen Etagen befanden sich Dienstzimmer und nach Schließung der Offiziershochschule Löbau im Jahre 1991 zog zunächst die Kfz-Zulassungsstelle des Altkreises Löbau ein, die schließlich, in Folge der 1. Kreisreform, nach Zittau ging.
Dann, bis vor wenigen Jahren, nutzte der Verein Kreative Künste e.V. die Räumlichkenten für seine Ausstellungen etc. und heute arbeitet hier ein Bildungsträger.
 

 

 

 

7 Waschhaus

Wer einmal in der Kaserne Löbau gedient hat, wird dieses Gebäude aus den 1980er Jahren ganz sicher noch als VS-(Verschlusssachen)Stelle kennen, oder wird vielleicht davor, in den 1970er Jahren, hier hin und wieder auf einen kleinen Einkauf in der MHO (Militärhandelsorganisation) vorbei geschaut haben.

Wie dem auch sei - für die Planer der Jägerkaserne Löbau waren derartige Verwendungen am Anfang des 20. Jahrhunderts keine Denkgrößen. Sie haben das Gebäude als Waschhaus errichtet. Nicht etwa für die Soldaten, sondern zum Waschen der gesamten im Objekt anfallenden Wäsche, ausgenommen der im Lazarett, dieses hatte nämlich eine gesonderte Waschanstalt.

Die NVA hat die gesamte Textilreinigung in externen (zivilen) Betrieben in der Umgebung von Löbau vornehmen lassen.

 

Altes Waschhaus, heute Bundesvermögensamt

Waschhaus ca. 1915

 

 

 

 8 Exerzierhaus

 

Exerzier- Kulturhaus heute

 

Exerzierhalle ca. 1915

Ebenso wie der Exerzierplatz, nahm die, direkt an seiner Nordseite stehende, Exerzierhalle  einen zentralen Platz im Kasernenleben ein. Sie diente aber schon zu Zeiten der Reichswehr und Wehrmacht nicht nur zum Exerzieren und Reiten bei schlechtem Wetter, sondern war schon immer auch ein Ort kulturell- politischer Veranstaltungen.
Als die Offiziershochschule in Löbau stationiert war, wurde sie dann nur noch als Kulturhaus bzw. Kinosaal genutzt.
In dieser Halle versammelten sich am 12. und 13. November 1918 rund 2000 Angehörige der Garnison Löbau und wählten im Zuge der Novemberrevolution hier ihren Soldatenrat.
Sogar die berühmte Flugerpionierin Elly Beinhorn war einmal in Löbau. Sie sprach am 22. Oktober 1932 in dieser Halle vor begeisterten Soldaten des hiesigen Ausbildungsbataillons. Übrigens besuchte Frl. Beinhorn mit der Jägerkaserne Löbau das erste Mal eine deutsche Garnison. Sie war sehr angetan und sprach sich lobend über die vorbildliche Unterbringung der Soldaten aus.

 

 

9 Wagenschuppen

Gleich neben die Exerzierhalle ist der Wagenschuppen gebaut worden. Auch hier (im Bild unten rechts) sind, wie im Kammergebäude, noch die Toreinfahrten zu erkennen, die man später zumauerte. Großartige Technik war hier jedoch nie eingelagert, da in Löbau vor 1945 meist nur Infanteristen ausgebildet wurden und danach, als die Kasernierte Volkspolizei in Löbau begann, einen Panzertruppenteil aufzubauen, kamen in Richtung Georgewitz/Kittlitz Panzerhallen hinzu. Später wuchs in jenem Areal der riesige Tecnikpark der Offiziershochschule.
Vor der Wende befanden sich in dem Haus: Unten die Buchhandlung und in der ersten Etage das Traditionszimmer der OHS. Danach kamen hier und in der benachbarten Exerzierhalle im allseits bekannten Teppichreich Brustkern Bodenbeläge etc. zum Verkauf. Momentan stehen diese Gebäude leer. 

Wagenschuppen heute

Wagenschuppen ca. 1915

 

 

10 Pferdestall 

Pferdestall heute

Pferdestall ca. 1915

Der alte Pferdestall steht am Westrand des Exerzierplatzes.
Deutlich zu erkennen, die kleinen Fenster der einzelnen Pferdeboxen und die darüber liegenden Zugänge in den Heuboden.
Pferde waren, gerade bei der Reichswehr in den 1920er Jahren, die einzigen Mobilitätsmittel über die das hiesige Ausbildungsbataillon verfügte. Um so intensiver wurden sie genutzt. Höhepunkte waren, neben den Herbstmanövern, auch die regelmäßig stattfindenden Reitturniere auf den im Herbst abgeernteten Feldern der Umgebung von Löbau. Diese Reiterspiele veranstaltete die Reichswehr keinesfalls in geheimer Mission, sonden lud die Bevölkerung jedesmal herzlich ein und machte so aus ihnen quasi ein kleines Volksfest. Wachsamkeit und Geheimhaltung, wie sie später in der DDR militärisch groß geschrieben wurden, gab es damals noch nicht.
Beim Einzug der NVA in Löbau waren natürlich keine Pferde mehr dabei. Der ehemalige Stall ist deshalb zur B/A(Bekleidungs/Ausrüstungs)-Kammer umfunktioniert worden. 

 

 

11 Lazarett

 Das Lazarett der bildete einen in sich geschlossenen Komplex mit seperatem Zugang (siehe Bilder oben links und oben mitte) an der Süd-West-Ecke der Jägerkaserne Löbau. In ihn war, sehr fortschrittlich für die damalige Zeit, alles hineingeplant, was der Soldat zu seiner medizinischen Versorgung brauchte. Sprechzimmer, ein Verwaltungs-, Betten-, Wasch- und Absonderungshaus sowie, für den letzten aller Fälle, ein Leichenschuppen.
Diese Anlage ist zusammen mit den anderen Gebäuden der Kaserne von 1913 - 1914 errichtet worden und wurde auch von der NVA als medizinische Einrichtung, genannt Med-Punkt, verwendet. Noch heute befinden sich hier Arztpraxen.

Eingang Lazarett heute 

Eingang Lazarett ca. 1915

Verwaltungsgebäude heute 

 

Waschhaus Lazarett heute

 

Bettenhaus heute

 

Absonderungshaus heute

 

 

12 Offizierscasino

Versteckt hinter den Mannschaftshäusern 1 und 2, befindet sich das ehemalige Offizierscasino der Kaserne, mitten in der Parkanlage der Jägerkaserne Löbau.
Hier speisten einst die Offiziere der Kaserne und trafen sich auch sonst, wenn Feierlichkeiten anstanden oder einfach nur so nach Dienstschluß, zum gemeinsamen Biertrinken, vielleicht auch mit einem Gläschen Kognak, und klönten über Gott und die Welt. Ursprünglich war in dem Haus keine Küche eingebaut, aber dann war es den Herren leid, ständig kaltes Essen vorgesetzt zu bekommen, weil es immer aus dem Wirtschaftsgebäude herüber getragen werden musste und so bekam dieses Haus schließllich seine eigene Küche.
Als die Offiziershochschule in der Kaserne Löbau residierte, hatten allerdings längst nicht mehr alle Offiziere hier Zugang, sondern nur noch der Kommandeur mit seinen Stellvertretern, die  Sektionskommandeure und andere hohe Offiziere der Schule. Bis 1990 war es, behaftet mit dem Renommee des Extravaganten, bekannt als Haus 13.
Heute ist dieses Gebäude in Privatbesitz.

 

 

 

13 Familienhäuser

Familienhäuser heute

 

Familienhaus ca. 1915

 
In das Areal der Jägerkaserne Löbau sind von Anfang an auch drei Framilienhäuser mit integriert worden. Sie waren aber keineswegs für die Offiziere des Jägerbatatillons, das 1914 hier einziehen sollte, gedacht, sondern eher für die Familien der unteren Chargen.
Da nach dem ersten Weltkrieg in Löbau große Wohnungsnot herrschte, zogen in diese Gebäude Zivilisten ein, sehr zum Ärger der Reichswehr, wie sich später herausstellen sollte. Damit allerdings war nach 1933 Schluß. Der neue Hitlerstaat schuf in dieser Beziehung auch in Löbau wieder klare militärische Verhältnisse.
Bis 1991 benutzte man die drei Häuser im Wesentlichen zur Unterbringung von Dienstzimmern und nachdem die Wende auch in der Kaserne Löbau in Form der Abwicklung der Offiziershochschule vollzogen war, standen zwei der alten Wohngebäude lange leer. Aber langsem soll auch hier wieder Leben einziehen.
Mehr können Sie auf der Seite über die Jägerkaserne Löbau erfahren.

 

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Arnd Krenz, Stadtführer, 03585 400494, 0171 4924795

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